Historischer Verein für die Saargegend               gegründet 1839

Sabine Graf: Fakten, Fakten, Fakten… Wider den Mythos vom Nenniger Mosaikboden als Beginn der Mettlacher Mosaikproduktion, 28.11.2017, Museum Schloss Fellenberg, Merzig, 19 Uhr

Die Geschichte der Mettlacher Mosaikproduktion beginnt nicht mit der Entdeckung des Mosaikbodens in Nennig im November 1852. In Mettlach beschäftigten sich Eugen von Boch und sein Freund, der Architekt und Altertumsforscher August von Cohausen bereits seit einem Jahrzehnt mit der Herstellung von Mosaik. Ein Impuls dazu kam im April 1841 aus Koblenz in Gestalt der Anfrage, ob man nicht Mosaiksteine in der Größe von 2,5 Zoll herstellen könne. Man konnte, und auf den Auftrag, die Steine für den Boden der Matthiaskapelle bei Kobern-Gondorf zu liefern, folgten weitere Aufträge zwischen Trier und Bonn für Kirchen, Schlösser, Burgen und repräsentative Wohngebäude in der einstigen preußischen Rheinprovinz. Die Fähigkeit des Unternehmers Eugen von Boch, eine ihm gebotene Chance zu erkennen, sie zu ergreifen und gegen Widerstände umzusetzen, bezeugt die Mettlacher Mosaikproduktion. Die Entwicklung der Mosaikproduktion von ihren Anfängen hin zu einem weltweiten Erfolg verdankt sich einer klugen, aktuell gesprochen Marketingstrategie, einem mit Sorgfalt aufgebauten Netzwerk und der Expertise als Altertumsforscher, die sich Eugen von Boch, wiederum unterstützt von August von Cohausen, erworben hatte. Das führte zum Auftrag der Restaurierung des Nenniger Bodens im Jahr 1873. Erst jetzt ging von den 160 Quadratmeter Mosaik ein direkter Impuls für die Mettlacher Produktion aus. Denn um als Unternehmen mit den unter erheblichem Aufwand hergestellten kleinen Würfelsteinchen von einem Zentimeter Kantenlänge wirtschaftlich zu arbeiten, entwickelte René von Boch, der von seinem Vater Eugen die Geschäfte übernommen hatte, einen kühnen Plan. Er beschloss 1875, dass sein Unternehmen den Bodenbelag des gerade fertiggestellten Kölner Doms fabrizieren sollte. 15 Jahre verfolgte Mettlach diesen Plan und hatte schließlich Erfolg. Sabine Graf stellt in ihrem Vortrag neue Funde aus dem Unternehmensarchiv Villeroy & Boch der gedankenlos weitergegeben Legende vom Nenniger Mosaik als Beginn der Mosaikproduktion in Mettlach gegenüber. Eine Untersuchung die zeigt, dass Eugen von Boch und die Mosaikproduktion Mettlach im Schnittpunkt Kultur-, Unternehmens- und Zeitgeschichte lagen. Es ist die Begegnung von Industriezeitalter und Antike, Handarbeit und Technik, die das Unternehmen herausfordert. Zugleich versteht sich die Arbeit der Autorin als ein Plädoyer für die durch nichts zu ersetzende Beschäftigung mit Quellen und der Bedeutung von Archiven.

 

Vortrag und Buchvorstellung: Harald Glaser: „Ein langjähriger Wunsch der Arbeitnehmerschaft“. Die Arbeitskammer des Saarlandes bis zur Rückgliederung 1957

Harald Glaser: „Ein langjähriger Wunsch der Arbeitnehmerschaft“. Die Arbeitskammer des Saarlandes bis zur Rückgliederung 1957

Die Aufgaben der Arbeitskammern bestehen in der Vertretung von Arbeitnehmerinteressen. Die Entstehung und die Anfangszeit der Arbeitskammer des Saarlandes bis zur Rückgliederung 1957 sind durch die Besonderheiten der saarländischen Nachkriegsgeschichte bestimmt. Zugleich ist ihre Gründung vor dem ideen- und sozialgeschichtlichen Hintergrund des Arbeitskammergedankens zu sehen, wie er sich mit der Industrialisierung herausbildete.
Der Vortrag gibt einen Überblick über die deutsche Arbeitskammerdebatte in Kaiserreich und Weimarer Republik und stellt die rechtlichen Grundlagen der Arbeitskammer des Saarlandes, die in der Landesverfassung und im Arbeitskammergesetz gelegt wurden, in ihrem Entstehungszusammenhang dar. Weiter verfolgt er die Tätigkeit der Arbeitskammer unter den Bedingungen des von Deutschland abgetrennten und mit Frankreich verbundenen Saarstaates. Dabei wird deutlich, wie sich die Arbeitskammer in den entscheidenden Streitfragen der Saarpolitik verhielt und wie sie die Voraussetzungen schuf, die ihr den Weg zu ihrer heutigen Stellung im politischen Leben des Landes eröffneten.

Der Vortrag ist eine Kooperationsveranstaltung von Arbeitskammer, Historischem Verein und Volkshochschule. Nach dem Vortrag lädt die Arbeitskammer zu einem Umtrunk ein. Für die Gäste liegen kostenlose Buchexemplare bereit.

"Horrible Histories - Schlimme Geschichten": 3. Historyslam des HV am 18.1.2018, 19 Uhr, Filmhaus SaarbrĂĽcken

Wir suchen Slammer/Slammerinnen, die in 10 Minuten eine "schlimme" - historische - Begebenheit spannend erzählen möchten. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung unter hvsaargegend@gmail.com

Auch Gruppen sind willkommen!

       
Geschäftsstelle:
Dudweilerstraße 1
66133 Saarbrücken
(Landesarchiv)
Fon: 0681 / 501-1922
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Do 10 - 14 Uhr